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Wenn die Lehrerin in die Dorfschneiderei kommt, um sich von der Großmutter "was Neues" nähen zu lassen, sitzt deren Enkel im Stoffballenversteck und sieht gebannt zu. Es wäre sterbenslangweilig auf dieser Welt, gäbe es die Anproben nicht - und nicht die Geburtstage und Besuche der Verwandtschaft, bei denen mit Leidenschaft Nachbarn, Müllers Kuh, Kartoffelernte und Familienmitglieder durchgenommen werden. Oder, nach drei Gläschen, Marcel. Marcel, der nie heimgekehrt ist nach Flandern in seiner schwarzen Uniform und im Silberrahmenfoto einmal die Woche sorgfältig abgestaubt wird, ruiniert die Feststimmung gründlich. Schnell werden Rechnungen aufgemacht, wer wen damals "an die Deutschen verkauft" hat und "deswegen heute Mercedes fährt" - aber warum lasst ihr Marcel nicht in Ruh, fragt der Enkel die Großmutter, und die sagt, ach, das ist eine ganz besondere Geschichte mit meinem Bruder. Erwin Mortiers preisgekrönter Roman erzählt von einer Familie, die nicht zueinanderkommt wegen "di eser schiefen Vergangenheit", und von einem Jungen, der alles tut, um hinter Marcels Geheimnis, hinter die Geheimnisse der Erwachsenen zu kommen. Mit Marcel ist Mortier ein "sprachliches Meisterwerk" gelungen und das Kunststück, ein verschlafenes Dorf und eine sehr wache Großmutter auf 150 Seiten zum Mittelpunkt der Welt zu machen.

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Marcel, Erwin Mortier, Waltraud Hüsmert

Langue
Année de publication
2001
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3,5
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Titre
Marcel
Sous-titre
Roman
Langue
Allemand
Éditeur
Suhrkamp
Publié
2001
Format
rigide
Pages
118
ISBN10
3518412302
ISBN13
9783518412305
Séries
Titre original
Marcel
Évaluation
3,5 sur 5
Description
Wenn die Lehrerin in die Dorfschneiderei kommt, um sich von der Großmutter "was Neues" nähen zu lassen, sitzt deren Enkel im Stoffballenversteck und sieht gebannt zu. Es wäre sterbenslangweilig auf dieser Welt, gäbe es die Anproben nicht - und nicht die Geburtstage und Besuche der Verwandtschaft, bei denen mit Leidenschaft Nachbarn, Müllers Kuh, Kartoffelernte und Familienmitglieder durchgenommen werden. Oder, nach drei Gläschen, Marcel. Marcel, der nie heimgekehrt ist nach Flandern in seiner schwarzen Uniform und im Silberrahmenfoto einmal die Woche sorgfältig abgestaubt wird, ruiniert die Feststimmung gründlich. Schnell werden Rechnungen aufgemacht, wer wen damals "an die Deutschen verkauft" hat und "deswegen heute Mercedes fährt" - aber warum lasst ihr Marcel nicht in Ruh, fragt der Enkel die Großmutter, und die sagt, ach, das ist eine ganz besondere Geschichte mit meinem Bruder. Erwin Mortiers preisgekrönter Roman erzählt von einer Familie, die nicht zueinanderkommt wegen "di eser schiefen Vergangenheit", und von einem Jungen, der alles tut, um hinter Marcels Geheimnis, hinter die Geheimnisse der Erwachsenen zu kommen. Mit Marcel ist Mortier ein "sprachliches Meisterwerk" gelungen und das Kunststück, ein verschlafenes Dorf und eine sehr wache Großmutter auf 150 Seiten zum Mittelpunkt der Welt zu machen.