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Eine fromme, fleißige und nicht erfolglose Autorin legt ihre "Tagebuch-Notizen" vor. Luise Rinser, 61, nimmt oft Einladungen an: nach Rußland und nach Polen, zum Jugendtreffen in der Schweiz, zur Schriftsteller Speisung. zum Akademie-Empfang. Außerdem bewirtet und berät sie Mitmenschen in Lebenskrisen -- verirrte Linke (Gudrun Enßlin und Andreas Baader) und verstörte Priester, Eheopfer und durchgebrannte Kinder. Dabei setzt sie nicht zuletzt sich selbst durch Großmut, Mitgefühl und ihr so hochempfindliches Gewissen in Erstaunen. Dem Bundespräsidenten naht sie gleich mit einer "Fürbitte"; dem blassen Knaben, der Flugblätter austeilt. schenkt sie Geld, damit er essen könne; dem Alten an der Drehorgel gönnt sie ein Lächeln und fünf Mark; das Honorar für eine Lesung soll der leidenden Fabrikarbeiterin zugute kommen: den jungen Leuten, die der Drogensucht entronnen sind, spendiert sie Bratwürste. Den Kränkungen ihrer Branche ist die Verfasserin auf solche Art entrückt: "Das Leid meiner Mitmenschen geht mich mehr an als Literaturkritik."

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Grenzübergänge, Luise Rinser

Langue
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1972
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Langue
Allemand
Éditeur
S. Fischer
Publié
1972
Format
rigide
Pages
348
ISBN10
3100660161
ISBN13
9783100660169
Séries
Évaluation
4 sur 5
Description
Eine fromme, fleißige und nicht erfolglose Autorin legt ihre "Tagebuch-Notizen" vor. Luise Rinser, 61, nimmt oft Einladungen an: nach Rußland und nach Polen, zum Jugendtreffen in der Schweiz, zur Schriftsteller Speisung. zum Akademie-Empfang. Außerdem bewirtet und berät sie Mitmenschen in Lebenskrisen -- verirrte Linke (Gudrun Enßlin und Andreas Baader) und verstörte Priester, Eheopfer und durchgebrannte Kinder. Dabei setzt sie nicht zuletzt sich selbst durch Großmut, Mitgefühl und ihr so hochempfindliches Gewissen in Erstaunen. Dem Bundespräsidenten naht sie gleich mit einer "Fürbitte"; dem blassen Knaben, der Flugblätter austeilt. schenkt sie Geld, damit er essen könne; dem Alten an der Drehorgel gönnt sie ein Lächeln und fünf Mark; das Honorar für eine Lesung soll der leidenden Fabrikarbeiterin zugute kommen: den jungen Leuten, die der Drogensucht entronnen sind, spendiert sie Bratwürste. Den Kränkungen ihrer Branche ist die Verfasserin auf solche Art entrückt: "Das Leid meiner Mitmenschen geht mich mehr an als Literaturkritik."