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Luisenkult

Die Unsterblichkeit der Königin von Preußen

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Königin Luise von Preußen (1776-1810) wurde lange als bedeutendste Frau der deutschen Geschichte angesehen. Bewundert für ihre Schönheit und schließlich zur Todfeindin Napoleons stilisiert, wurde sie nach ihrem tragischen Tod mit 34 Jahren wie eine Heilige verehrt, die den Kampf um die Einheit der Deutschen begonnen hatte. Ihr frühes Ableben traf Preußen im Sommer 1810 am Tiefpunkt seiner Geschichte, nachdem Napoleon das Land vernichtend geschlagen hatte. Luise, geliebt für ihre Anmut und Natürlichkeit, wurde zur Mittlerin zwischen Bürgertum und Königshaus sowie zum Symbol des nationalen Widerstands. Der Mythos ihres gebrochenen Herzens verbreitete sich schnell, und Tausende strömten in ihr Mausoleum im Charlottenburger Schloßpark, wo sie in Marmor über ihrem Grab ruht. Schriftsteller wie Kleist und Goethe verherrlichten sie als edelste Frau der deutschen Geschichte. Als ihr Sohn Wilhelm 1871 zum deutschen Kaiser proklamiert wurde, wurde ihr Leben zum Gründungsmythos des Deutschen Reiches. Über zwei Jahrhunderte galt es als staatsbürgerliche Pflicht, wie die Königin zu sein. Generationen von Mädchen strebten nach ihrer Tugend, und sogar das Dritte Reich präsentierte sie den Soldaten als Symbol für todesverachtende Vaterlandsliebe.

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Luisenkult, Philipp Demandt

Langue
Année de publication
2003
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Titre
Luisenkult
Sous-titre
Die Unsterblichkeit der Königin von Preußen
Langue
Allemand
Éditeur
Böhlau
Publié
2003
Format
rigide
Pages
559
ISBN10
3412074039
ISBN13
9783412074036
Séries
Évaluation
5 sur 5
Description
Königin Luise von Preußen (1776-1810) wurde lange als bedeutendste Frau der deutschen Geschichte angesehen. Bewundert für ihre Schönheit und schließlich zur Todfeindin Napoleons stilisiert, wurde sie nach ihrem tragischen Tod mit 34 Jahren wie eine Heilige verehrt, die den Kampf um die Einheit der Deutschen begonnen hatte. Ihr frühes Ableben traf Preußen im Sommer 1810 am Tiefpunkt seiner Geschichte, nachdem Napoleon das Land vernichtend geschlagen hatte. Luise, geliebt für ihre Anmut und Natürlichkeit, wurde zur Mittlerin zwischen Bürgertum und Königshaus sowie zum Symbol des nationalen Widerstands. Der Mythos ihres gebrochenen Herzens verbreitete sich schnell, und Tausende strömten in ihr Mausoleum im Charlottenburger Schloßpark, wo sie in Marmor über ihrem Grab ruht. Schriftsteller wie Kleist und Goethe verherrlichten sie als edelste Frau der deutschen Geschichte. Als ihr Sohn Wilhelm 1871 zum deutschen Kaiser proklamiert wurde, wurde ihr Leben zum Gründungsmythos des Deutschen Reiches. Über zwei Jahrhunderte galt es als staatsbürgerliche Pflicht, wie die Königin zu sein. Generationen von Mädchen strebten nach ihrer Tugend, und sogar das Dritte Reich präsentierte sie den Soldaten als Symbol für todesverachtende Vaterlandsliebe.