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Von der Musik und vom Musizieren

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Von sehr jung fühlte ich, dass die Musik mehr als Kunst war. Etwas in mir hinderte mich daran, sie neben den anderen Künsten zu platzieren. Die Natur, reich an sichtbaren Formen und Farben, bietet dem formgestaltenden künstlerischen Talent des Menschen Objekte und Phänomene, die durch seine Augen auf seine Seele wirken. Die Fülle sichtbarer Darstellungen weckt im kreativen Talent den starken Wunsch, sie künstlerisch wiederzugeben. Das Gehör nimmt aus der Natur nichts Entsprechendes auf. Ein psychisches Organ, das wir zu Recht „inneres Ohr“ nennen würden, empfängt den starken Antrieb zur musikalischen Ausdrucksweise, der aus der inneren Natur der Schöpfung entspringt. Ich wurde mir also immer klarer, durch meine täglichen Erfahrungen und durch das immer tiefere Verständnis der Musik, dass sie eine Welt für sich ist, dass sie sich von den anderen Künsten unterscheidet und dass der starke Fluss der Musik, den wir wahrnehmen, aus einer besonderen, verborgenen Quelle stammt, die nicht in der realen Welt zu finden ist. Immer hörte ich in der Musik etwas Mysteriöses und Überweltliches erklingen, das mein Herz tief berührte und überzeugend und eindringlich die Existenz eines transzendentalen Inhalts offenbarte.

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Von der Musik und vom Musizieren, Walter Bruno

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Langue
Allemand
Éditeur
S. Fischer
Format
rigide
Séries
Description
Von sehr jung fühlte ich, dass die Musik mehr als Kunst war. Etwas in mir hinderte mich daran, sie neben den anderen Künsten zu platzieren. Die Natur, reich an sichtbaren Formen und Farben, bietet dem formgestaltenden künstlerischen Talent des Menschen Objekte und Phänomene, die durch seine Augen auf seine Seele wirken. Die Fülle sichtbarer Darstellungen weckt im kreativen Talent den starken Wunsch, sie künstlerisch wiederzugeben. Das Gehör nimmt aus der Natur nichts Entsprechendes auf. Ein psychisches Organ, das wir zu Recht „inneres Ohr“ nennen würden, empfängt den starken Antrieb zur musikalischen Ausdrucksweise, der aus der inneren Natur der Schöpfung entspringt. Ich wurde mir also immer klarer, durch meine täglichen Erfahrungen und durch das immer tiefere Verständnis der Musik, dass sie eine Welt für sich ist, dass sie sich von den anderen Künsten unterscheidet und dass der starke Fluss der Musik, den wir wahrnehmen, aus einer besonderen, verborgenen Quelle stammt, die nicht in der realen Welt zu finden ist. Immer hörte ich in der Musik etwas Mysteriöses und Überweltliches erklingen, das mein Herz tief berührte und überzeugend und eindringlich die Existenz eines transzendentalen Inhalts offenbarte.