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April 1938. Österreich ist gerade gewaltsam an das Dritte Reich angeschlossen worden, Wien ist von den Nazis besetzt, und die Juden werden überall verfolgt. In der Berggasse 19, der berühmten Adresse von Freuds Praxis, wartet der bekannte Psychoanalytiker verzweifelt auf Nachrichten von seiner Tochter Anna, die von der Gestapo verschleppt wurde. Doch die angstvolle Einsamkeit währt nicht lange: Ein unerwarteter Besucher erscheint am Fenster und scheint sofort entschlossen, mit Sigmund Freud ein Gespräch über die großen Fragen des Lebens zu beginnen. Der große Erforscher des Unbewussten ist sowohl genervt als auch neugierig. Wer ist dieser Eindringling? Was will er? Schnell wird klar, dass dieser seltsame Mann im Frack kein Dieb oder Psychopath ist. Freud erkennt bald, dass er es mit niemand Geringerem als Gott zu tun hat, dem er stets die Existenz abgesprochen hat. Die Diskussion zwischen dem Besucher und Freud, die den Großteil des Stücks ausmacht, ist das Bewegendste, Süßeste und Lustigste, was man sich vorstellen kann: Freud glaubt und glaubt nicht; Gott ist jedoch nicht bereit, sich wie ein Zauberer zu beweisen. Im Hintergrund steht die blutige Tragödie des Nationalsozialismus, die Freud zur fatalen Frage führt: Wenn Gott existiert, warum erlaubt er all dies?

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Der Besucher, Eric Emmanuel Schmitt

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1997
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