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Die stillen Wandlungen

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« Wachsen, altern; aber auch die Gleichgültigkeit, die sich Tag für Tag zwischen ehemaligen Liebenden vertieft, ohne dass sie es überhaupt bemerken; ebenso wie die Revolutionen, die sich ohne Vorwarnung in Privilegien verkehren, oder die Erderwärmung: all dies sind Veränderungen, die offen vor uns stattfinden, aber so kontinuierlich und global, dass wir sie nicht wahrnehmen. Doch plötzlich erkennen wir das Ergebnis – das uns ins Gesicht schlägt. Wenn uns diese kontinuierliche Transformation entgeht, liegt es wohl daran, dass das Werkzeug der griechischen Philosophie, das in Begriffen bestimmter Formen denkt, versagt, diese Unbestimmtheit des Übergangs zu erfassen. Daher das Interesse, durch das chinesische Denken zu gehen, um diesem gleichen Phänomen Aufmerksamkeit zu schenken: den „stillen Wandlungen“, die unter dem Lärm des Ereignisses die Fluidität des Lebens darstellen und die Reifung der Geschichte ebenso wie der Natur erhellen. Von einer beschreibenden Vorstellung kann man dann ein Konzept des Handelns ableiten, strategisch wie auch politisch: Angesichts des Denkens an Ziel und Plan, das den Westen so sehr besessen hat, entdeckt man die Kunst, Situationen unauffällig zu beeinflussen, umso effektiver, je diskreter sie ist. » François Jullien

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Die stillen Wandlungen, François Jullien

Langue
Année de publication
2010
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Très bien
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Titre
Die stillen Wandlungen
Langue
Allemand
Éditeur
Merve-Verl.
Publié
2010
Format
souple
Pages
184
ISBN10
3883962724
ISBN13
9783883962726
Séries
Évaluation
4,35 sur 5
Description
« Wachsen, altern; aber auch die Gleichgültigkeit, die sich Tag für Tag zwischen ehemaligen Liebenden vertieft, ohne dass sie es überhaupt bemerken; ebenso wie die Revolutionen, die sich ohne Vorwarnung in Privilegien verkehren, oder die Erderwärmung: all dies sind Veränderungen, die offen vor uns stattfinden, aber so kontinuierlich und global, dass wir sie nicht wahrnehmen. Doch plötzlich erkennen wir das Ergebnis – das uns ins Gesicht schlägt. Wenn uns diese kontinuierliche Transformation entgeht, liegt es wohl daran, dass das Werkzeug der griechischen Philosophie, das in Begriffen bestimmter Formen denkt, versagt, diese Unbestimmtheit des Übergangs zu erfassen. Daher das Interesse, durch das chinesische Denken zu gehen, um diesem gleichen Phänomen Aufmerksamkeit zu schenken: den „stillen Wandlungen“, die unter dem Lärm des Ereignisses die Fluidität des Lebens darstellen und die Reifung der Geschichte ebenso wie der Natur erhellen. Von einer beschreibenden Vorstellung kann man dann ein Konzept des Handelns ableiten, strategisch wie auch politisch: Angesichts des Denkens an Ziel und Plan, das den Westen so sehr besessen hat, entdeckt man die Kunst, Situationen unauffällig zu beeinflussen, umso effektiver, je diskreter sie ist. » François Jullien