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Morgenland & Doppeladler

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Der durchschnittliche Tourist um 1900, der Geld und Muße hatte, suchte im Orient in erster Linie das exotische Bühnenbild, das seine Sehnsüchte nach Bildern aus 1001 Nacht befriedigen konnte. Auf den gewohnten Komfort musste er dabei nicht verzichten, war doch die Tourismusindustrie bereits im 19. Jahrhundert hoch entwickelt. In den europäischen Reisebüros war es möglich, eine „all inclusive“ Reise zu buchen – in eine inszenierte Welt, in der die Reisenden unter sich blieben: „Ägypten ohne Ägypter“. Und so bestiegen die Reisenden im Orient Schiffe und Züge europäischer Transportunternehmen, wohnten in Grand Hotels westlicher Aktiengesellschaften, speisten in französischen Restaurants, tranken in Bierhallen mit karierten Tischtüchern und Wiener Bugholzgestühl böhmisches Bier, lauschten in Opernhäusern italienischen Sängerensembles, ließen sich in Kuranstalten von deutschen Ärzten kurieren und vor einer orientalischen Kulisse von österreichischen Fotografen ablichten.

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Morgenland & Doppeladler, Elmar Samsinger

Langue
Année de publication
2006
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Titre
Morgenland & Doppeladler
Langue
Allemand
Éditeur
Mandelbaum
Publié
2006
Format
rigide
Pages
261
ISBN10
3854761910
ISBN13
9783854761914
Séries
Description
Der durchschnittliche Tourist um 1900, der Geld und Muße hatte, suchte im Orient in erster Linie das exotische Bühnenbild, das seine Sehnsüchte nach Bildern aus 1001 Nacht befriedigen konnte. Auf den gewohnten Komfort musste er dabei nicht verzichten, war doch die Tourismusindustrie bereits im 19. Jahrhundert hoch entwickelt. In den europäischen Reisebüros war es möglich, eine „all inclusive“ Reise zu buchen – in eine inszenierte Welt, in der die Reisenden unter sich blieben: „Ägypten ohne Ägypter“. Und so bestiegen die Reisenden im Orient Schiffe und Züge europäischer Transportunternehmen, wohnten in Grand Hotels westlicher Aktiengesellschaften, speisten in französischen Restaurants, tranken in Bierhallen mit karierten Tischtüchern und Wiener Bugholzgestühl böhmisches Bier, lauschten in Opernhäusern italienischen Sängerensembles, ließen sich in Kuranstalten von deutschen Ärzten kurieren und vor einer orientalischen Kulisse von österreichischen Fotografen ablichten.