Bookbot

Einpersonentisch mit Aussicht

Paramètres

  • 216pages
  • 8 heures de lecture

En savoir plus sur le livre

Manchmal rasselt man auch ins pralle Leben, nur immer der Musik nach, mpftah, mpftah. Auf einer Caféterrasse über der trägen grauen Elbe an einem verhangenen Samstagmorgen fängt die Zweite Kompanie des Schützenvereins Hitzacker von 1356 bei Köm und Bier, Mettbrötchen und Eierstichsuppe eben ihr dreitägiges Schützenfest an und ist schon gut in Form. Da kommt der eigene Kopf dann manchmal nicht ganz mit: wenn einem schon früh um neun der „Hummelflug“ für Blechbläser gesetzt ins Ohr scheppert, man mit Bierglas und Suppenschüssel von lauter stattlichen Herren umdrängt sitzt, die Tschakos mit Federbuschen, Orden und Seitensäbel tragen. Wo bin ich, wer bin ich, was ist eigentlich los? Der Möbelkaufmann erzählt einem, dass die Kundschaft heutzutage auf dem Sparstrumpf sitzt, der Textilkaufmann, dass er haargenau wie Roland Kaiser singen kann und außerdem nierentransplantiert ist. Und dass er schon an die Frau des Arbeitsministers herangetreten sei, mit dem Vorschlag einer Benefiz-Platte für Dialyse-Patienten: „Dreizehn-Jahre-Nierentransplantierter sing Roland Kaiser“ soll die heißen. Schrumm und wumm macht die Musik, und das Bier schwappt irgendwo in den Gehirnwindungen herum.

Achat du livre

Einpersonentisch mit Aussicht, Renate Just

Langue
Année de publication
1995
product-detail.submit-box.info.binding
(rigide)
Nous vous informerons par e-mail dès que nous l’aurons retrouvé.

Modes de paiement

Personne n'a encore évalué .Évaluer

Titre
Einpersonentisch mit Aussicht
Langue
Allemand
Éditeur
Kunstmann
Publié
1995
Format
rigide
Pages
216
ISBN10
3888970938
ISBN13
9783888970931
Séries
Description
Manchmal rasselt man auch ins pralle Leben, nur immer der Musik nach, mpftah, mpftah. Auf einer Caféterrasse über der trägen grauen Elbe an einem verhangenen Samstagmorgen fängt die Zweite Kompanie des Schützenvereins Hitzacker von 1356 bei Köm und Bier, Mettbrötchen und Eierstichsuppe eben ihr dreitägiges Schützenfest an und ist schon gut in Form. Da kommt der eigene Kopf dann manchmal nicht ganz mit: wenn einem schon früh um neun der „Hummelflug“ für Blechbläser gesetzt ins Ohr scheppert, man mit Bierglas und Suppenschüssel von lauter stattlichen Herren umdrängt sitzt, die Tschakos mit Federbuschen, Orden und Seitensäbel tragen. Wo bin ich, wer bin ich, was ist eigentlich los? Der Möbelkaufmann erzählt einem, dass die Kundschaft heutzutage auf dem Sparstrumpf sitzt, der Textilkaufmann, dass er haargenau wie Roland Kaiser singen kann und außerdem nierentransplantiert ist. Und dass er schon an die Frau des Arbeitsministers herangetreten sei, mit dem Vorschlag einer Benefiz-Platte für Dialyse-Patienten: „Dreizehn-Jahre-Nierentransplantierter sing Roland Kaiser“ soll die heißen. Schrumm und wumm macht die Musik, und das Bier schwappt irgendwo in den Gehirnwindungen herum.