Kein endgültiges Wort
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Sprachliche und literarische Bildung als Herausforderung für den Deutschunterricht
Der Begriff der „Bildung“ wird in der pädagogischen Diskussion als widersprüchlich und potenziell gefährlich angesehen. Er wird häufig mit einer normativen, bildungsbürgerlichen Erziehung verknüpft, die den aktuellen Anforderungen und der Zukunftsfähigkeit der nachwachsenden Generation nicht gerecht wird. Gleichzeitig steht er für eine Erziehungsidee, die die Entfaltung des Individuums und dessen Freiheit von ökonomischen und gesellschaftlichen Zwängen betont. Zudem gibt es Spannungen zwischen dem Bildungsbegriff und dem Kompetenzbegriff, der den Fokus auf die Fähigkeiten der Lernenden legt. Interessanterweise hat die Fokussierung auf Kompetenzen auch das Interesse an der Bildungsdimension im Unterricht, insbesondere in der Deutschdidaktik, neu belebt. Eine Ringvorlesung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg hatte zum Ziel, den Bildungsbegriff als Denkrahmen für die Deutschdidaktik zu erörtern. Dabei wurden die Begriffe Bildung und Kompetenz gegenübergestellt und ein aktueller Bildungsbegriff theoretisch fundiert. Der Fokus lag auf der Einheit des Faches Deutsch und der Wahrnehmung gesellschaftlicher Herausforderungen wie soziale Verwerfungen und sprachliche Heterogenität. Der Sammelband stellt „sprachliche und literarische Bildung“ in drei Kontexte: literarische Erfahrung, Kompetenzbegriff sowie Muttersprache und Mehrsprachigkeit. Die Aufsätze basieren auf Vorträgen von Experten und beinhalten auch ein Gespräch der Herau
Die Beiträge stammen von renommierten Expertinnen und Experten der Kinder- und Jugendbuchforschung, die im Rahmen eines Studientags zu Ehren von Bernhard Rank an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg am 11. Mai 2004 präsentiert wurden. Sie beleuchten die Rolle des Staunens für die kindliche Rezeption von Literatur, untersuchen Wirklichkeitsmodelle in kinderliterarischen Texten und deren Auswirkungen auf die Literaturdidaktik. Die Hypothese, dass Staunen der Beginn des Nachdenkens ist, wird in den Aufsätzen der ersten Abteilung, die sich mit Staunen als ästhetischer Kategorie befassen, vertieft. Hier wird erörtert, wie ästhetische Dimensionen kinderliterarischer Texte für Lektüre und Unterricht erschlossen werden können, einschließlich verschiedener didaktischer Ansätze. Die zweite Abteilung behandelt die Konfrontation erzählter und realer Welten und thematisiert die Herausforderungen, die sich aus dieser Beziehung ergeben. Abgeschlossen wird der Band mit vier programmatischen Aufsätzen zu Grundfragen der literarischen Bildung, die zukunftsweisende Perspektiven für die Auffassung von literarischer und Medienkompetenz bieten. Ein besonderes Highlight sind sechs Originaltexte des Schweizer Kinder- und Jugendbuchautors Jürg Schubiger, die hier erstmals veröffentlicht werden.