Karl-Ernst Bühler Livres






Das Buch basiert auf zwei zentralen Säulen: Therapie und Spiritualität, die eine Spannung erzeugen, der sich der Übende stellen muss. Es werden Techniken vorgestellt, die therapeutisch eingesetzt werden können und die Bewusstheit beeinflussen. Spiritualität hingegen entzieht sich dem handwerklichen Zugriff und lässt sich nicht systematisch festlegen. Es geht um die Auflösung von Begrenzungen und die Freiheit von Vorstellungen, die das ganzheitliche Leben einschränken. Gelebte Spiritualität ist dynamisch und klar, geprägt von tiefer Ruhe und großer Kraft. Die Übungen in diesem Sammelband zielen darauf ab, die Ebene des „Machens“ zu durchbrechen und loszulassen. Der Weg kann zwar bewusst eröffnet werden, doch es geht vor allem um ein Sich-Öffnen und Wachwerden ohne aktives Zutun, damit sich das eigene Leben entfalten kann. Themen umfassen autogenes Training, therapeutische Meditation, Atemachtsamkeit, Hatha-Yoga zur Verbesserung körperlicher Voraussetzungen sowie Yoga als Weg zur psychosomatischen Gesundheitsbildung. Die Herausgeber, Karl-Ernst Bühler und Eckard Wolz-Gottwald, bringen umfangreiche Erfahrung in medizinischer Psychologie und spiritueller Philosophie mit, was die Tiefe und Vielfalt der Inhalte unterstreicht.
Beim Schriftfund 太一生水 [tài yī shēng shǔi], entdeckt 1993 im chinesischen Dorf 郭店 [Guō Diàn], handelt es sich um einen bedeutenden Text aus der Zeit des Daoisten und Philosophen 老子 [Lăozi], etwa 550 v. Chr. Der Fund umfasst vier Rollen aus Bambusstäbchen: die ersten beiden Rollen enthalten die eigentliche Schrift, die dritte eine nahezu identische Abschrift, und die vierte einen frühen Begleitkommentar. Der Text behandelt das Seinsverstehen (Ontologie) und die grundlegenden Begriffe (Metaphysik) sowie Fragen, die der Naturphilosophie zugeordnet werden können. Er beschreibt, wie aus dem Höchsten Einen 太 一 [tài yī] die Vielzahl der Dinge hervorgeht, wobei das Höchste Eine als Urgrund für alles dient. Die formale Abfolge ist bemerkenswert: Die Untergliederungen folgen dem Höchsten Einen 太 一 und setzen sich schrittweise fort, beginnend mit Wasser, Himmel, Erde, dem Großen Hellen, Mond, Sonne, den vier Jahreszeiten, und endend mit dem Jahr. Diese Bewegung von oben nach unten kehrt sich um und endet im Höchsten Einen, der sowohl Anfang als auch Ursprung ist. Das Höchste Eine 太 一 vereint Mangel und Fülle und verwandelt sich in eine endlose Kette von Dingen. Es fördert das Schwache, entfernt Überfluss und unterstützt das Entstehen, während es das Überhandnehmende zurückdrängt und das Ungefügige zügelt.