Thomas Olechowski Livres






Die Biographie widmet sich dem bewegten Leben Hans Kelsens, einem der bedeutendsten Rechtsphilosophen des 20. Jahrhunderts. Sein Lebensweg führte ihn von Prag und Wien über Köln und Genf bis nach Berkeley in Kalifornien. Kelsens Leben spiegelt die letzten Jahre der Habsburgermonarchie, den Antisemitismus und die Situation des assimilierten Judentums im frühen 20. Jahrhundert wider. Er erlebte den Ersten Weltkrieg, den Zerfall der Monarchie, die Entwicklung des Austromarxismus und die Gründung der demokratischen Republik Österreich, die an antidemokratischen Kräften zerbrach. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei sowie die Emigration europäischer Intellektueller nach Amerika prägten seine Zeit. Kelsen entwickelte die Reine Rechtslehre, ein Modell, das die Rechtswissenschaft von politischen Ideologien und naturwissenschaftlichen Elementen reinigen wollte, um den Idealen der Objektivität und Exaktheit näherzukommen. Für dieses Bemühen erlangte er Weltruhm. Zudem war er ein bedeutender Demokratietheoretiker und Architekt des Bundes-Verfassungsgesetzes von 1920, das bis heute in Österreich gilt.
Rechtsgeschichte
Einführung in die historischen Grundlagen des Rechts
Der aktuelle Band enthält vermischte Themen zur Privatrechts-, Strafrechts- und Verfassungsgeschichte von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Ch. Schmetterer zeichnet die Entwicklung vom römischen Mandatum zum modernen Bevollmächtigungsvertrag nach, I. Cerman befasst sich mit der juristischen Argumentation in böhmischen Robotpatenten des 17. und 18. Jahrhunderts, Ch. Neschwara berichtet über ein Editionsprojekt zum Strafgesetzentwurf 1803 sowie über dessen Verfasser Mathias Haan und Th. Olechowski porträtiert Ludwig von Holzgethan, der im Herbst 1871 für wenige Wochen österreichischer Regierungschef war. Gleich drei Beiträge befassen sich mit Hans Kelsen und dessen Umfeld: J. Osterkamp schreibt über Verfassung, Demokratie und Verfassungsgerichtsbarkeit nach 1918, K. Groh befasst sich mit Hans Kelsens Beziehung zu den „sogenannten Grund- und Freiheitsrechten“ und P. Techtet erläutert die überaus heikle Rechtslage des Kinowesens in der Ersten Republik.
Das Studienwörterbuch Rechtsgeschichte und Römisches Recht informiert rasch und sicher über die im Studium wesentlichen Bereiche des Römischen Privatrechts und der Europäischen Rechtsgeschichte. Es soll das Studium unterstützen, indem es Informationen konzentriert darbietet und auf weiterführende Literatur verweist. Als Nachschlagewerk für Studierende der Rechtswissenschaften liegt sein thematischer Schwerpunkt primär auf dem römischen Sachen- und Schuldrecht sowie auf der Neueren Verfassungs- und Privatrechtsgeschichte Österreichs im Rahmen der Europäischen Rechtsentwicklung. Darüber hinaus Interessierten bietet es aber auch Stichwörter zum römischen Verfassungs-, Familien- und Erbrecht, zur mittelalterlichen Rechtsgeschichte und zur Geschichte von Straf- und Prozessrecht
Das Lehrbuch führt Studierende der Rechtswissenschaften in die historischen Grundlagen und in die aktuellen Grundprobleme des österreichischen und europäischen Rechts ein. Im Zentrum stehen dabei die Entwicklung des Verfassungsrechts sowie des allgemeinen Privatrechts; aber auch in die Entwicklung anderer Rechtsbereiche wie etwa des Europarechts, Unternehmensrechts oder Arbeitsrechts, werden Einblicke geboten. Die Betonung der institutionengeschichtlichen Entwicklung soll Verständnis für die Bedin-gungszusammenhänge des modernen Rechts wecken und die Maximen unserer heutigen Rechtskultur deutlich machen. Denn auch diese sind ein Produkt der historischen Entwick-lung – und ihrerseits in stetem Wandel begriffen.
Der vorliegende Band enthält Beiträge von Thomas Olechowski, Heinrich Neisser, Martin Polaschek, Karl Korinek, Raoul Kneucker, Theo Öhlinger, Clemens Jabloner zum Thema „Der Wert der Verfassung – Werte in der Verfassung. Der ‚Österreich-Konvent’ und die Neukodifikation der Bundesverfassung.“ Die Autoren beleuchten sowohl einzelne Punkte der anstehenden Verfassungsreform, als auch ganz allgemein die Frage nach der Bedeutung und dem Wert einer neuen Verfassung für die Republik und ihre Bürger.


