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Georg Philipp Friedrich von Hardenberg

    Hymnen an die Nacht
    • Hymnen an die Nacht

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      Welcher Lebendige, Sinnbegabte, liebt nicht das allerfreuliche Licht mit seinen Farben, Strahlen und Wogen? Es ist die milde Allgegenwart des Tages, die die rastlosen Gestirne und die funkelnden Steine zum Leben erweckt. Auch die Pflanzen und Tiere atmen in seiner Nähe, während der herrliche Fremdling mit den sinnvollen Augen und dem schwebenden Gang besonders hervortritt. Wie ein König der irdischen Natur ruft das Licht jede Kraft zu zahllosen Verwandlungen, knüpft und löst unendliche Bündnisse und offenbart die Wunderherrlichkeit der Welt. Doch wende ich mich ab zu der heiligen, geheimnisvollen Nacht. Die Welt liegt fernab in einer tiefen Gruft, wüst und einsam. In meiner Brust weht tiefe Wehmut. Ich möchte in Tautropfen hinab sinken und mich mit der Asche vermischen. Erinnerungen, Wünsche der Jugend und Kindheitsträume, die kurzen Freuden und vergeblichen Hoffnungen des Lebens erscheinen in grauen Kleidern, wie Abendnebel nach dem Sonnenuntergang. In anderen Räumen erstrahlte das Licht, doch wird es jemals zu seinen Kindern zurückkehren, die mit Unschuld und Glauben auf seine Rückkehr warten?

      Hymnen an die Nacht