Der Roman eines geborenen Verbrechers
Selbstbiographie des Strafgefangenen antonino M
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Ich bin sehr unglücklich geworden, und das rauhe Schicksal hatte niemals Mitleid mit mir. Von der Wiege bis zum Grabe ist mir dieses elende Leben eine ständige Marter. Dir erzähle ich die Verhängnisse meines bejammernswerten Lebens. Wenn Betrug und die Schmach dieser bösen Welt Dir den rauhen Pfad in der menschlichen Gesellschaft eröffnen, weine keine Träne um das Andenken Deines unglücklichen Erzeugers; denn Weinen gehört den schwachen Herzen. Deines muß stark und ruhig sein angesichts meines Unglücks; stark, stolz und weltverachtend. Lerne, auf dem geraden Weg der Tugend und Ehre zu wandeln. Sei geduldig, ruhig und kalt im Einverständnis und im Gegensatz zur menschlichen Gesellschaft. Sei vorausschauend, ein Verächter der Feigen und ein Spötter der Heuchler. Eifere den großen und edlen Taten nach, sei ein liebreicher Bruder der Bekümmerten und ein Freund der Gerechten. Sei gesittet und ehrfurchtsvoll, besonders gegenüber alten und rechtschaffenen Menschen. Strecke Deine Hand gerne aus zum Trost der Elenden. Sei ehrlich und anständig im Sprechen, bilde Dir aus der Erziehung eine zweite Natur. Liebe und achte Gott den Höchsten, bete zu ihm von Herzen in nächtlicher Stille und mit der Stirn im Staube. Er wird Dir ein Führer und Tröster in den Widerwärtigkeiten des Lebens sein. Wende Dich an ihn in Deinen Nöten, und Du wirst Trost, Kraft und Ergebung finden.
