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Ernst Heinrich Barlach

    Ernst Barlach fut un sculpteur, graveur et écrivain expressionniste allemand. Bien qu'il ait soutenu la guerre dans les années précédant la Première Guerre mondiale, sa participation au conflit l'amena à changer de position, et il est surtout connu pour ses sculptures protestant contre la guerre. Cela créa de nombreux conflits lors de la montée du parti nazi, lorsque la plupart de ses œuvres furent confisquées comme art dégénéré.

    SEESPECK
    Der gestohlene Mond
    • Der gestohlene Mond

      • 154pages
      • 6 heures de lecture

      Wahl erinnerte Wau oft an seine Bürgerlichkeit, doch Wau ließ in seinen Antworten die Frage nach dieser stets offen. Beide wollten unauffällig bleiben, ohne dass jemand an etwas Bestimmtes dachte. An einem frostigen Abend schlüpfte Wau in einen warmen, gut gefütterten Mantel und lächelte seinem Spiegelbild zu, zufrieden mit seinem bürgerlichen Look. Er trat auf die Straße, wo viele Beamte und Würdenträger lebten. Die Straße war kahl und normal, und Wau fühlte, dass die Kälte des Abends besonders unangenehm war. In seinem behaglichen Mantel wippte er mit den Achseln, steckte die Hände in die Taschen und zog die Schultern hoch. Die Straße führte weiter, endete aber als Lindenallee, wo eine Katze vor Hunden geflüchtet war und sich in den Ästen eines Baumes verklettert hatte. Die Hunde waren verschwunden, und die Katze saß nun im Frost, unfähig, abzusteigen. Ihre Not erregte das Interesse anderer Katzen, die aus dunklen Ecken hervorkamen und mit feurigen Augen auf das Unglück der einen schauten. Wau beobachtete die Szene und erkannte, dass die Katze in ihrer misslichen Lage keinen Ausweg hatte. Da er jedoch zu einem geselligen Abend beim Bürgermeister erwartet wurde, setzte er seinen Weg fort.

      Der gestohlene Mond2023
    • SEESPECK

      • 96pages
      • 4 heures de lecture

      Als Seespeck nicht lange danach in der Gegend von Wilsede in einer Postkutsche durch die Lüneburger Heide auf Buxtehude zu fuhr, weil er am Tage darauf in Hamburg sein mußte, saß er mehrere Stunden in eines Mannes Gesellschaft, die seinen gewöhnlichen Zustand so sehr verkehrte, daß es ihm zu Mute war, als stände er ohne Halt auf einer hohen Leiter oder als faßte ihn für die ganze Zeit ein Schwindel, weil er in einen Spiegel hineinschaute, in dem sich alles bewegte, was draußen sonst ruhig lag und stand. So oft er meinte, sich so zu rücken, daß er den andern fest ins Auge fassen konnte, schien ihm der Boden unter den Füßen zu schwanken, und alles wollte sich vor seinen Blicken wie einem überkopf Stürzenden um- und umkehren. Er hatte den Tag vorher auf dem Wilseder Berge lange gezecht, und daher saß ihm in der Magengegend noch ein gelegentliches Gefühl, als gerönne etwas, als versteinte oder erstarrte etwas, worauf sich gleichzeitig ein leichter Schwindel hinter der Stirn merkbar machte. Aber damit hatte der Anblick dieses Mannes in der Ecke der Postkutsche wohl nichts zu tun, auf dessen Gesicht vom Licht der Bocklaterne ein Rückwärtsstrahl fiel. Seespeck selbst saß in der schräg gegenüberliegenden Ecke am offenen Türfenster und ließ vor diesem noch am Seitenfenster sein Profil gegen den Himmel abschatten.

      SEESPECK2022