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Jürgen Raab

    Klassiker der Wissenssoziologie: Erving Goffman
    Prekäre Verbindlichkeiten
    • Prekäre Verbindlichkeiten

      Studien an den Problemschwellen normativer Ordnungen

      • 193pages
      • 7 heures de lecture

      Vertrauensverluste und Glaubwürdigkeitskrisen von gesellschaftlichen Institutionen sind Ausdruck der Pluralisierung von Werten und Normen und der zunehmenden Verhandelbarkeit, Labilität und Ungewissheit für allgemein und beständig genommener Verbindlichkeiten. Die im Band versammelten Studien zu Sprechweisen, Freiheitsdiskussionen, Rechtsfindungen und Polizeiarbeiten geben solch prekäre Verbindlichkeiten als Problemschwellen normativer Ordnungen zu erkennen. Ihre Komplexität fordert die Geistes-, Kultur und Sozialwissenschaften heraus, tradierte Verständnisse, Begriffe und Methoden zu prüfen, zu aktualisieren, zu erweitern und zu verfeinern. Diese Sondierungs- und Präzisierungsarbeiten sind nur interdisziplinär zu leisten. Hierfür stellt das hier unterbreitete Forschungskonzept der prekären Verbindlichkeiten ein vielversprechendes Potential in Aussicht.

      Prekäre Verbindlichkeiten
    • Diese erste deutschsprachige Einführung zu Erving Goffman (1922-1982) unterstreicht dessen zentrale Bedeutung als Theoretiker: Seine Bücher zählen zu den meistgelesenen soziologischen Werken überhaupt. Sie umfassen ein weit ausgreifendes Themenspektrum, das sich von der Selbstdarstellung im Alltag, dem Überleben in totalen Institutionen, der Bewältigung von Stigmata, dem Verhalten auf öffentlichen Plätzen bis hin zur Analyse von Redeweisen als kommunikative Formen erstreckt. Leitmotivisch variieren diese Gegenstände dabei ein durchgängiges Interesse Goffmans: Die Analyse der Formen von Interaktion in sozialen Situationen sowie der Rolle, welche die Handelnden darin spielen. Diese Theorieanlage findet ihren Ausdruck in der Interaktionsordnung und der Rahmenanalyse. Goffmans Arbeiten haben die Soziologie in nachhaltiger Weise angeregt und beeinflusst. Die Potenziale seines Werkes sind trotz seiner außerordentlichen Popularität bislang nicht annähernd erschöpfend genutzt. Erschwert wird die Rezeption vor allem durch die Doppelbödigkeit seiner Schriften selbst. Jürgen Raab eröffnet hier einen Zugang, der den Blick auf die tiefgründigeren Schichten von Goffmans Werk freilegt und damit neue Impulse für die soziologische Forschung und Theorie Setzt.

      Klassiker der Wissenssoziologie: Erving Goffman