Die Fondation Alfred Ehrhardt präsentiert eine wahre Wiederentdeckung: Sie widmet eine Ausstellung und diesen Katalog Fred Koch (1904–1947), zweifellos einem der interessantesten Fotografen der Weimarer Republik, der heute wahrscheinlich nur wenigen Spezialisten bekannt ist. Seine objektivistischen Schwarzweißfotografien konzentrieren sich hauptsächlich auf Details von Pflanzen und Kristallen, von Korallen und Krebstieren oder von Insekten.
Die Kettenschlepper der Wehrmacht wurden in der deutschen Geschichtsschreibung stets vernachlässigt - zu Unrecht, denn nicht nur als Last- und Zugmaschinen, sondern auch als Übersetzmittel an Wasserhindernissen oder als Berge- oder Instandsetzungskraftwagen, waren die Schlepper an allen Fronten und Kriegsschauplätzen für die kämpfenden Truppen von existentieller Bedeutung. Mit diesem Buch gelingt es dem Autor Fred Koch ein umfassendes Bild über die Entwicklung der Kettenschlepper von 1935-1945, ihre Aufgaben, Untergliederungen und ihren kriegstechnischen Wert zu vermitteln. Über 250 Fotoaufnahmen zeigen die Kettenschlepper im Einsatz, versehen mit informativen Untertexten über die genaue Modellbezeichnung, Leistungsfähigkeit, Stückzahlen, Einsatzorte und Funktionstüchtigkeit dieser Spezialfahrzeuge. Konzipiert für die Fortbewegung in schwierigem Gelände, aber zunächst nur in der Landwirtschaft genutzt, erhielten 1926/27 schließlich u. a. zwei Kompanien der Reichswehr Raupenschlepper zur Geländeausbildung. Der militärische Nutzen war schnell erkannt und die Zahl der Maschinenfabriken zur Herstellung der Kettenschlepper wuchs: Hannoverische Maschinenfabrik AG (Hanomag) und die Linke-Hofmann-Busch AG sind nur zwei bekannte Namen. Im Anhang finden sich detaillierte Angaben zur Technik der Kettenfahrzeuge und eine Auflistung der Dienstvorschriften in den Jahren 1940-1943.