Edward Saids "Orientalismus"-Buch, das bereits vor über 40 Jahren den europäischen Blick auf den Orient als "Stil der Herrschaft und Umstrukturierung" zu entlarven suchte, gilt als eines der Gründungsdokumente der postkolonialen Theorie. Der in New York Islamwissenschaften und politische Theorie lehrende Wael B. Hallaq unterwirft Saids Thesen einer grundlegenden Kritik und Neubewertung. Dabei nimmt er zentrale Gedankenfiguren westlichen Denkens wie Souveränität, Subjekt oder Selbst in den Blick und analysiert, welche Rolle sie für das Aufkommen des Kolonialismus spielten. Hallaq diagnostiziert auf faszinierende Weise den europäischen Herrschaftsdiskurs und dessen problematische Verbindung von Wissen und Macht als Ergebnis einer "psychoepistemischen Störung", die für die Auswüchse des Kolonialismus, aber auch für die von Europa ausgehenden Genozide und die systematische Naturzerstörung verantwortlich ist. Quelle: Verlag
Wael B. Hallaq Livres
1 janvier 1955
Wael B. Hallaq est un éminent spécialiste du droit islamique et de l'histoire intellectuelle islamique. Son œuvre explore les ruptures épistémiques introduites par la modernité et ses forces socio-politico-historiques associées, en examinant de manière critique l'histoire intellectuelle de l'orientalisme et son impact durable sur les recherches ultérieures. Hallaq analyse méticuleusement le développement et les systèmes interconnectés des traditions islamiques dans la logique, la théorie juridique et le droit substantiel, en étudiant les dynamiques structurelles du changement juridique au sein des cadres juridiques pré-modernes.

