Wunscherfüllende medizinische Eingriffe haben in den letzten Jahrzehnten an Popularität gewonnen. Anstatt dass der Arzt Eingriffe aufgrund medizinischer Notwendigkeit empfiehlt, treten Patienten häufig mit eigenen Wünschen an ihn heran. Dies verändert das Arzt-Patienten-Verhältnis grundlegend: Der Arzt wird vom „Halbgott in Weiß“ zu einem Dienstleister im Gesundheitswesen, der die Wünsche seiner Kunden erfüllt. Diese Wunschmedizin, die in der Ethik bereits diskutiert wird, fällt unter den Oberbegriff „Enhancement“, was „Verbesserung“ bedeutet. Sie basiert auf dem menschlichen Drang zur Selbstoptimierung, der seit jeher besteht. Der Wunsch nach Zufriedenheit und Glück treibt die Medizin dazu, neue Methoden zu erproben, um körperliche und geistige Fähigkeiten zu verbessern. Viele Enhancement-Eingriffe zielen darauf ab, die Leistungsfähigkeit zu steigern, wie etwa durch Doping im Sport oder Neuroenhancement zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten. Diese Arbeit betrachtet Optimierungsmaßnahmen, die den Körper betreffen, und umfasst ein breites Spektrum: Neben invasiven Eingriffen wie Wunschkaiserschnitten, Organentnahmen für Transplantationen und Geschlechtsumwandlungen werden auch Körpermodifikationen aus persönlichen Gründen nachgefragt, darunter Tattoos, Piercings und Brandings, die als „Körperkunst“ bezeichnet werden.
Helena Wendland Livres
