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Katrin Luchsinger

    Zeitzeugnisse: Anna Z., Schneiderin
    • Zeitzeugnisse: Anna Z., Schneiderin

      Lebensbeschreibung einer (Unglücklichen!) sowie die Schilderung der Erlebnisse während zehn Jahren im Irrenhaus

      • 127pages
      • 5 heures de lecture

      Die Schneiderin Anna Z. verfasste 1916 in der Pflegeanstalt Rheinau eine packende Lebensbeschreibung, die Einblicke in ihr unstetes Leben gewährt. Sie versuchte, berufliche Passion, Unabhängigkeit, Heirat, Liebe, Sexualität und Mutterschaft zu vereinen. Der Bericht beleuchtet das komplexe Konstrukt “Wahrheit” im Leben einer Anstaltspatientin. Anna Z. (1864-1938), das elfte von sechzehn Geschwistern, verlor früh ihre Mutter. Ihre älteste Schwester Berta übernahm die Verantwortung für die Familie. In der Schule fiel Anna Z. durch ihre Wildheit auf und wurde für vier Jahre in ein Erziehungsheim geschickt. Nach einer Schneiderinnenlehre heiratete sie jung einen wohlhabenden Bauern. In ihrer neuen Umgebung fiel sie auf, da sie oft allein mit Pferd und Wagen unterwegs war. Nach einer Verhaftung wegen Scheckbetrugs fühlte sie sich verändert und reiste planlos umher, oft unter falschem Namen. Ihre erneute Verhaftung führte 1904 zur Einweisung in die psychiatrische Klinik Burghölzli, von wo sie als “unheilbar” in die Pflegeanstalt Rheinau “spediert” wurde. Dort erlebte sie schlimme Zeiten, wenn sie isoliert oder zu den “unruhigen” Frauen verlegt wurde. Doch in einem eigenen Zimmer und bei der Arbeit in der Anstaltsschneiderei fand sie auch Momente des Wohlbefindens. Ihr Ziel blieb stets, ein selbständiges Leben zu führen. Mehrere Aufenthalte bei ihrer Schwester in “Familienpflege” und ihre Erlebnisse, wie ein Zirkusbesuch oder eine Ver

      Zeitzeugnisse: Anna Z., Schneiderin