Catharina Ufftincx (1641-1708) war eine außergewöhnliche Frau, selbstbewusst gestaltete sie ihr Leben nach eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen. Mit etwa 20 Jahren floh die Lübeckerin mit ihrem Ehemann aus dem heimischen Korsett aus Vorgaben und Verboten. 1662 strandete sie ohne ihren Mann am Kap der Guten Hoffnung. Dort stürzte sie sich in neue Aufgaben und Ziele, wobei sie das Verhältnis zwischen den Geschlechtern sowie die Teilhabe der Frauen am sozialen Leben neu aushandelte. Noch weitere vier Ehemänner bekamen es mit der eigenwilligen und starken Frau zu tun, wobei diese - bis auf den letzten - nach kurzer Ehe jeweils unter obskuren Umständen verstarben. Angela Taeger stellt eindrucksvoll dar, wie es der Unangepassten, die kaum einen Traditionsbruch scheute, gelang, ihr Leben selbstbestimmt ohne Beistand und Vorbild zu meistern.
Angela Taeger Livres


Medizin & Gesellschaft: Diagnose: Krank, Prognose: Ungewiss
Über die Lebenserwartung von Krankheiten
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Es gibt Konventionen darüber, wann jemand als krank, welche Befindlichkeit als Krankheit zu bezeichnen ist. Solche Konventionen sind kulturell bedingte, zeitlich und örtlich variierende Verabredungen. Als ebenso wandlungsfähig erweist sich mithin ihr Gegenstand. Krankheit. Im Zeitraffer: Wer gestern noch als Kranker Zuwendung und Leistungen beanspruchen konnte, gerät heute zwischen die Fronten widerstreitender Meinungen darüber, ob der zugeschriebene Status gerechtfertigt sei, und wird morgen als gesund in die eigene Verantwortung entlassen. Und umgekehrt: Was heute und hier als normal gilt, wird morgen dort als krank definiert. In systematisch und in exemplarisch angelegten Beiträgen wird thematisiert, wie und warum Krank-(zu)-schreibungen auftauchen, was ihren Fortbestand sichert, unter welchen Umständen sie zurückgenommen werden oder in Vergessenheit geraten.