Die zwanziger Jahre sind Legende. Eingezwängt zwischen Kaiserreich und Nazizeit gelingt ein tiefes Atemholen und in Aufleben von Freiheit. Das gilt auch für lesbische Frauen. Die wenigen Darstellungen und Untersuchungen ihrer Lebensbedingungen, des Alltags und ihrer Treffpunkte beziehen sich jedoch fast ausschließlich auf Berlin. Der Rest war einfach "Provinz".Kirsten Plötz weitet den Blick und beschreibt erstmals das Selbstbewusstsein lesbischer Frauen und ihr Leben außerhalb von Berlin. Sie analysiert "provinzielles" Leben im Spiegel lesbischer Zeitschriften, vermittelt ein Bild subkultureller Räume und kontrastiert diese Darstellung durch die Geschichte eines Scheiterns: Sie erzählt von einer Lehrerin aus Norddeutschland, die den Anschluss an die Zeit nicht findet, sich versteckt, denunziert und schließlich in ihrer beruflichen Existenz vernichtet wird.
Kirsten Plötz Livres



Lesbische Alternativen
- 256pages
- 9 heures de lecture
Frau küsst Frau: In den Medien ist die Darstellung junger Lesben ›in‹. Ältere Frauen, die Frauen lieben, tauchen dagegen überhaupt nicht auf. Schließen sich ›Lesben‹ und ›Alter‹ aus? Oder altern Lesben anders? Kirsten Plötz ist dieser Thematik auf den Grund gegangen. Ihre Interviews mit über 30 Frauen ab fünfundfünzig Jahren bilden eine große Bandbreite lesbischen Alltags und Alterns ab. Themen wie die ›Anerkennung als lesbisch lebende Frau‹, ›Materielle Möglichkeiten und deren Begrenzung‹ oder auch ›körperliches Erleben des Alterns‹ werden behutsam angesprochen und im Hinblick auf eine weitaus jüngere Vergleichsgruppe kommentiert. Das Buch spiegelt aber nicht nur einen Querschnitt der lesbisch lebenden Bevölkerung, sondern weist im Anschluss auch auf Wünsche und auf Handlungsbedarf hin, um ›Alter‹ gerade für lesbisch lebende Frauen unkomplizierter zu gestalten. Damit ist dieser auf dem Buchmarkt einzigartige Titel besonders für Einrichtungen wie Frauenwohnprojekte, Altenheime oder Frauenwohnstifte geeignet, sowie für alle jene, in deren Berufsfeld der Umgang mit älterenMenschen liegt. Kirsten Plötz, Dr. phil., geb. 1964, ist Historikerin und lebt in Hannover. Sie arbeitete u. a. an mehreren Filmpro-duktionen mit, war zeitweise am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göt-tingen beschäftigt und publizierte Bei-träge zur Geschlechtergeschichte.
Als fehle die bessere Hälfte
- 357pages
- 13 heures de lecture
In der frühen Bundesrepublik sollte das Bild der 'Normalfamilie' als Grundlage des Aufbaus schnell etabliert werden, während 'unvollständige' Familien an den Rand gedrängt wurden. Trotz einer Frauenmehrheit wurden ledige, geschiedene und verwitwete Frauen, oft als 'alleinstehend' bezeichnet, systematisch benachteiligt. Diese Frauen galten als 'überschüssig' und wurden als Konkurrenz und 'Problem' wahrgenommen. Kirsten Plötz rekonstruiert zwischen 1949 und 1969 ein spannendes Stück Alltags- und Geschlechtergeschichte. Sie untersucht, wie sich 'alleinstehende' Frauen in einer strengen Familienpolitik zurechtfanden und zeigt, dass Unverheiratete keineswegs ein 'trauriges Los' erlitten. Anhand zeitgenössischer Zeitschriften, Filme, politischer Debatten und eigener Interviews werden die Biografien dieser Frauen lebendig. Das Buch beleuchtet auch aktuelle Debatten und die Ursprünge vieler gegenwärtiger Probleme in Bezug auf soziale Sicherung und Alterspyramide. Kirsten Plötz, geboren 1964, ist Historikerin, lebt in Hannover und hat an verschiedenen Filmproduktionen mitgewirkt sowie Beiträge zur Geschlechtergeschichte veröffentlicht.