Furchterregend klingt das Wort, das der zehnjährige Josef Ambacher aufschnappt: Sibirien . Die Erwachsenen verwenden es für alles, was im fernen, fremden Osten liegt. Dorthin werden Hunderttausende deutscher Zivilisten – es ist das Jahr 1945 – von der Sowjetarmee verschleppt, unter ihnen auch Josef. Kasachstan ist das Ziel. Dort angekommen, findet er sich in einer harten, aber auch wundersamen, mythenvollen Welt wieder – und er lernt, sich gegen die Steppe und ihre Vorspiegelungen zu behaupten. Mühlheide, 1990: Josef Ambacher wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert, als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Woge von Aussiedlern die niedersächsische Kleinstadt erreicht. Seine Tochter Leila steht zwischen den Welten und muss vermitteln – und das zu einem Zeitpunkt, an dem sie selbst den Spuk der Geschichte zu begreifen und zu bannen versucht. Sabrina Janesch erzählt mitreißend und in leuchtenden Farben die Geschichte zweier Kindheiten, einmal in Zentralasien nach dem Zweiten Weltkrieg, einmal fünfzig Jahre später in Norddeutschland. Dabei spannt sie meisterhaft einen Bogen, der unbekannte, unerzählte Kapitel der deutsch-russischen Geschichte miteinander verbindet. Ein großer Roman über die Suche nach Heimat, die Geister der Vergangenheit und die Liebe, die sie zu besiegen vermag.
Sabrina Janesch Livres






Peru, 1887. Das ganze Land redet nur von einem Mann – und seiner großen Entdeckung: Augusto Berns will die verlorene Stadt der Inka gefunden haben. Das Medienecho reicht von Lima bis London. Doch wer ist der Mann, der vielleicht El Dorado entdeckt hat? Alles beginnt mit einem Jungen, der am Rhein Gold wäscht und der später in Berlin den glühend verehrten Alexander von Humboldt trifft. Schließlich wagt er die Überfahrt nach Peru, wird eher zufällig zum Helden im Spanisch-Amerikanischen Krieg und sammelt als Ingenieur der Eisenbahn Mittel für seine Expedition. Mit dem Amerikaner Harry Singer besteigt er die Höhen der Anden und schlägt sich durch tiefsten Dschungel – um an einen Ort zu gelangen, der phantastischer ist als alles, was er sich je vorgestellt hat.
Katzenberge
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Magisch, suggestiv und präzise erzählt Sabrina Janesch von nicht vergehender Schuld, von unheimlicher Heimat und einer wagemutigen Reise: Nach dem Tod ihres Großvaters erkundet die junge Journalistin Nele Leibert die Geschichte ihrer Familie. Sie verlässt Berlin und fährt nach Schlesien und schließlich nach Galizien, wo alles begann. Dort, am Ende der Welt, will sie einen alten Fluch bannen. 'Federleicht pendelt der Roman zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her und beschwört dabei das Leben dreier Kriegs- und Nachkriegsgenerationen herauf. So führt die Lektüre mit ihrer elegischen und stark berührenden Wirkung tief in die Geschichte Europas zurück: Als Spurensuche nach den Wurzeln der Verwundungen, aber auch als Suche nach den Möglichkeiten einer besseren Zukunft.' Hanns-Josef Ortheil
Ambra
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«Danzig hat wieder eine deutsche literarische Stimme.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung) Ein Roman über die seelischen Verletzungen einer Familie, die mit der schmerzvollen Geschichte einer Stadt korrespondieren. Der Herbstwind rast durch die Backsteinfluchten, als Kinga Mischa in der fernen Stadt am Meer ankommt. Hier in Danzig trifft sie nach dem Tod ihres Vaters auf ihre polnische Verwandtschaft. Im Gepäck ein Bernstein, in dem eine Spinne gefangen ist. Sie ahnt bereits, dass der Träger dieses Steins nicht bloß das Schmuckstück, sondern auch eine seherische Gabe geerbt hat: eine faszinierende wie dunkle Fähigkeit, die für Kinga zunehmend zur Qual wird. Denn als plötzlich zwei Menschen verschwinden, die ihr sehr nahestanden, gerät sie in Verdacht, ihre Kräfte auf grausame Art angewandt zu haben …
„Leicht, witzig und mit der richtigen Prise Tiefgang – ein perfekter Sommerroman.“ Jan Ehlert, NDR Kultur Eigentlich will Ernesto Schmitt nur seine Sozialarbeit ableisten und nichts wie weg. Doch dann klingelt Onkel Alfonso an der Tür. Im Schlepptau Astor, ein furchteinflößender Rassehund. Astor hat Hunger, Alfonso eine Mission und Ernesto extreme Vorbehalte. Aber der Onkel aus dem fernen Argentinien drängt ihn zu einer Reise, die revolutionär wird. Ein 17-Jähriger und sein exzentrischer Onkel sind auf der Flucht durch die Lüneburger Heide – vor den Bullen, der Vergangenheit, vor sich selbst. Ein rasantes Roadmovie mit Riesenköter.
Experiment Heimat
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Ist Heimat eine Emotion oder ein Ort? Wo liegt sie – in der Kindheit oder im gegenwärtigen Leben? Existiert sie überhaupt oder ist sie eine Utopie? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Projekts »Experiment HEIMAT«, kuratiert von Fotograf Peter Bialobrzeski und dem Westfälischen Literaturbüro. Das Buch dokumentiert die visuellen und literarischen Ergebnisse renommierter Autor*innen und Fotograf*innen, die 2021 neun Orte in Westfalen mit »heimatlichen« Konnotationen besuchten, darunter das Hermannsdenkmal und die Ruhr-Universität Bochum. Im Austausch mit lokalen Bewohner*innen, Vereinen und Tourist*innen erforschten sie die Bedeutung, die diesen Orten zugeschrieben wird. Dabei wurde untersucht, inwieweit die externe Perspektive mit der Selbstwahrnehmung der Westfalen übereinstimmt. Die Ergebnisse sind vielfältige künstlerische Interpretationen, die das Konzept Heimat hinterfragen und oft ins Absurde führen. Zu den Mitwirkenden gehören Helene Bukowski & Jörg Brüggemann (Fußball in Dortmund), Safiye Can & Aleksandra Weber (Ruhr-Universität Bochum), Nora Gomringer & Nikita Teryoshin (Henrichshütte Hattingen), Lütfiye Güzel & Loredana Nemes (Widukindstadt Enger), Sabrina Janesch & Christina Stohn (Dörfer um den Wilzenberg), Wladimir Kaminer & Ute und Werner Mahler (Hermannsdenkmal), Sharon Dodua Otoo & Peter Bialobrzeski (Unna) sowie Najem Wali & Alem Kolbus (Burgenlandschaft im Kreis Coesfeld).