Yunus, ein sephardischer Türke aus İstanbul, kommt 2005 zusammen mit seinem besten Freund Altay für ein Aufbaustudium nach Berlin. In einer S-Bahn-Station hört er zufällig ein altes, ihm vertrautes Lied. Es löst etwas in ihm aus, das er aber nicht benennen kann. Kurz darauf trifft er auf die Spanierin Olivia, in die er sich verliebt. Sie kann sich jedoch nicht zwischen Yunus und ihrem Verlobten entscheiden. Diesem Gefühlschaos versucht sie zu entfliehen, indem sie in ihre Heimat, nach Andalusien, fährt. Yunus reist ihr hinterher. Doch Olivia verweigert ein Treffen. In Córdoba streift Yunus ziellos durch die Straßen und hört zufällig eine Klarinettenmelodie, das Schlaflied seiner Großmutter, gespielt von der jungen Musikerin Josefa. Sie baut zusammen mit Freunden ein ehemaliges Dorf wieder auf und betreibt dort Weinbau. Yunus schließt sich ihnen an und hilft bei der Weinlese. Bei seiner Rückkehr nach Berlin bedrückt ihn die Unvereinbarkeit seiner Situation, dem von seinem Vater erzwungenen Studium, mit seiner Sehnsucht: er möchte sich auch beruflich ganz dem Wein widmen. Er ahnt nicht, dass die Leidenschaft zum Wein und das jahrhundertealte Lied ein Vermächtnis seiner sephardischen Vorfahren ist.
Turgut Altug Livres


Von den Baumwollfeldern Anatoliens bis ins Berliner Parlament
Ein Leben. Eine Reise. Eine Suche nach Heimat
- 240pages
- 9 heures de lecture
Von einer Lehmhütte in Tarsus bis ins Berliner Abgeordnetenhaus. Dazwischen liegen Baumwollfelder, Armut, Verluste, Bücher, Migration und der unbeirrbare Wille, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Jungen aus Südanatolien, der in einer Landarbeiterfamilie aufwächst und schon früh mit sozialer Ungerechtigkeit, harter Arbeit und familiären Schicksalsschlägen konfrontiert wird. Bildung, Literatur und die Sehnsucht nach einer gerechteren Welt werden für ihn zu Wegweisern. Die Reise führt von den Feldern der Çukurova über die Universitäten von Ankara und Izmir nach Deutschland und schließlich in das Berliner Abgeordnetenhaus. Sie erzählt von Wurzeln und Aufbruch, von Verlust und Hoffnung, von politischem Engagement, Erfolgen, Enttäuschungen und der Suche nach Heimat. Offen und persönlich blickt der Autor auf sein Leben zurück. Entstanden ist das Porträt eines außergewöhnlichen Lebenswegs und zugleich ein Zeitzeugnis über Natur, Bildung, soziale Gerechtigkeit und Migration. Es ist die Geschichte eines Menschen, der gelernt hat, zwischen verschiedenen Welten zu leben, ohne seine Herkunft zu vergessen, und der sich die Frage stellt, was Heimat wirklich bedeutet.