Lina Bögli (1858-1941) wuchs in einfachsten bäuerlichen Verhältnissen im Kanton Bern auf und musste schon früh als Kindermädchen arbeiten. Ausbildung zur Erzieherin und Sprachlehrerin. Gouvernante bei einer Adelsfamilie in Polen, von wo aus sie zu ihrer ersten Weltreise aufbrach. Zurück in Polen, verfasste sie den Briefroman „Forward“ in englischer Sprache. Er wurde 1906 unter dem Titel „Vorwärts“ auf Deutsch publiziert. 1989 erschien die Neuausgabe „Talofa“.
Unterwegs sein, offen sein für das Fremde, das Ungewohnte, das Unerwartete und das Unverhoffte. Auf der Suche sein nach Abenteuern, nach Erkenntnissen über den Zustand der Welt und vor allem über sich selbst. Es gibt vielseitige, aufregende und berührende Entdeckungen zu machen auf den Reisen mit Lina Bögli, Nicolas Bouvier, Blaise Cendrars, Ella Maillart, Annemarie Schwarzenbach und Yvette Z'Graggen - auf der Spur der Verwirklichung ihrer Träume: in Afghanistan und im schweizerischen Brissago am Lago Maggiore, im chinesischen Sian, auf Schiffspassagen zwischen Brasilien, Cherbourg, Triest und Australien, im Auto über den Chaiber-Pass Richtung Kabul, mit der Kamelkarawane auf der unwegsamen Route nach Sinkiang in China oder auf der Suche nach der Königin von Saba in der Hafenstadt Aden. Immer sind Grenzen zu überwinden - zwischen Ländern und Kontinenten, in der Begegnung und der Kommunikation mit Menschen aus unvertrauten Kulturkreisen, aber auch in der Auseinandersetzung mit sich selbst, im Kampf gegen Krankheit und Verzweiflung, bei der Bewältigung von Angst und Trauer, auf der Suche nach Glück. „Das Lesen nimmt so gut wie das Reisen die Einseitigkeit aus dem Kopfe“, schrieb Jean Paul. Die in der Anthologie vereinten Reisegeschichten sind dafür der beste Beweis.