Die Technik hat sich in unserer Zeit zu einem dominierenden Aspekt unserer kulturellen und politischen Realität entwickelt. Sie erzeugt mit sehr kurzer „Vorwarnzeit“ Sachzwänge und reale, aber oft auch nur vermeintliche „Alternativlosigkeiten“ für die politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträger. Wie bezieht die deutsche Gesellschaft dies in die langfristige Zielfindung und in die Entscheidungen der „Handlungswelt“ ein? Dies wird zunehmend zu einem Grundproblem für eine friedliche Diskurs-, Streit- und Entscheidungskultur angesichts der Tendenz, die „Wahldemokratie“ in eine „Mitbestimmungsdemokratie“ fortzuentwickeln. Das ist einerseits verbunden mit positiven neuen Paradigmen für den globalen kulturellen Austausch, führt aber andererseits zu neuen Bedrohungen für die kulturelle Identität von territorialen oder virtuellen Wertegemeinschaften und nicht zuletzt für die individuelle Sicherheit.
Uwe Wiemken Ordre des livres


- 2016
- 1997
Seit ca. zwanzig Jahren orientiert sich die zivile Forschung und Entwicklung auf fast allen sogenannten Hochtechnologiegebieten in immer stärkerem Maße an Leistungsforderungen, die früher als Domäne der wehrtechnischen Anwendungen galten. Damit erweist sie sich aber auch als ein möglicher Motor für Fortschritte im militärischen Bereich. Eine wichtige Frage aus politischer Sicht besteht deshalb darin, ob man mit gezielten Maßnahmen Einfluß auf die zivile Forschung nehmen kann, um politisch nicht gewollte militärische Anwendungen zu verhindern. Das hier vorliegende Buch, das aus einem Gutachten des Fraunhofer INT für das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hervorgegangen ist, stellt systematisch zivile Technologien und militärische Anwendungen gegenüber und diskutiert die Frage der zivil/militärischen Ambivalenz neuer Technologien.